Geschwister-Monographie

„Wir Angehörigen sollen unser Leid nicht abwägen, es wiegt für jeden immer gleich schwer.“

Lotte Mucha, Angehörigen-Aktivistin und Schwester, in 'Freispruch der Familie', 1982

„Wie geht es denn den Schwestern und Brüdern?“

Autor: Prof. Dr. Reinhard Peukert

(Vorläufiges) Inhaltsverzeichnis

Vorwort 

Einleitung:  Chronische Erkrankungen und Behinderungen (be)treffen alle Familienmitglieder

Teil I a: Nicht nur methodische Anmerkungen

Vorgehen

Schritt 1: Eigene Erfahrungen als Bruder, Interviews und Seminarprotokolle
Schritt 2: Deutschsprachige Geschwisterstudien und weitere Publikationen
Die Materialbasis konkret oder: Die empirische Basis – nicht breit, aber tief
Thematische Schließung vs. Defizite in der Studienlage
Unterrepräsentierte Gruppen von Geschwistern; fehlende quantitative Aussagen
Schritt 3: Internationale Geschwistererfahrungen und Studien
Schritt 4: Heranziehen von Befunden bei anderen chronischen Erkrankungen und Behinderungen
Zur Systematik des Vorgehens I: Verstehen vs. Erklären
Zur Systematik des Vorgehens II: Bottom-Up statt Top-Down
Exkurs: Vom ‚Angehörigen für sich‘ zum ‚Angehörigen an sich‘

Weitere methodische Anmerkungen und Einschränkungen

Begründung der Benennungen ‚Mitgeschwister‘ und ‚psychisch erkrankte Geschwister‘
Zur Benennung ‚Eltern‘
Hier ein Belastungs-Bias – dort eine Positiv-Verschiebung
Vom Erhebungskontext produzierte Bedeutungen

Teil I b: Historischer Abriss

Die kurze Geschichte der Geschwister-Bewegung

Es begann mit Geschwistern, die über sich nachdachten
Die kurze Geschichte in Deutschland
Die Geschwisterorganisationen im Ausland

Die Wellen der Geschwisterforschung

Das erste Ziel: Die Entstehung psychischer Erkrankungen aufklären!
Das subjektive Erleben der Geschwister tritt ins Zentrum des Interesses
Die Erfahrungen der Geschwister sollen erklärt werden
Über Geschwistervergleiche die Erkrankungen verstehen, eine ungebrochene Tradition
Bildgebende Hirnforschung: Eine nach wie vor anhaltende Phase
Das Verursachungsrätsel lösen: Die genetische Forschung
Der vermeintliche Königsweg: Die epigenetische Forschung

Teil II: Die Mitgeschwister erleben die Erkrankung

Alles ändert sich mit dem Einzug der Erkrankung in die Familie

Die ‚geschwisterliche Bindungsreserve‘ – oder: Geschwisterbeziehungen gehören zu den intensivsten und intimsten
Die familiäre Rolle der Mitgeschwister wird von der Erkrankung am stärksten betroffen
Ein besonderes Verstehen psychischer Erkrankungen
Die alltäglichen Begegnungen definieren die Belastungen – nicht die Schwere der Erkrankung
Mitgeschwister sehen so manches anders als ihre Eltern
Mitgeschwister lernen viel über psychische Problemlagen und Krisenentwicklungen

Die Geschwister ändern sich – ambivalente Geschwisterbeziehungen

Gefühle dem erkrankten Geschwister gegenüber
Das geschwisterliche Hilfedilemma - oder: Das tiefe Bedürfnis zu helfen und die erdrückende Erfahrung von Hilflosigkeit
Der schmerzliche Verlust des Geschwisters, wie es bis dahin erlebt wurde
Das belastende Gefühl, an dem Bruder oder der Schwester 'vorbei zu ziehen'
Ungleiche Machtverhältnisse zwischen den Geschwistern
Die zentrale Ambivalenz: dem Geschwister zugleich nah und fern sein
Die Ambivalenz und ihre Folgen aus psychoanalytischer Sicht
Positive Geschwisterbeziehungen - eine protektive Ressource

Die Erkrankung zeigt Wirkung: Ängste und Intrusionen, Schuld- und Schamgefühle

Wenn Geschwister (physische) Gewalt erleben
Allgegenwärtig: Die Angst vor dem Geschwister-Suizid - oder: Wenn die Schwester oder der Bruder das Leben nicht mehr aushält
Das eigene soziale Umfeld: Stigmatisierung und Schamgefühle

Teil III: Geschwister im Kontext der Familie

Mitgeschwister erleben ihre Eltern – und stellen sich darauf ein

Ein kurzer Blick auf die Eltern
Probleme kommen in den besten Familien vor – die ‚Relativierungsklausel‘
Die Bedeutung des elterlichen Verhaltens für die Geschwisterbeziehung
Die Geschwister sorgen sich um ihre Eltern - oder die Angst, die Eltern könnten Schaden nehmen
Die Enttäuschung und Trauer der Eltern kompensieren

Die familiären Rollen und Funktionen verändern sich

Geschwistertypen – Geschwisterfunktionen
Das ‚übersehene‘ Kind
Das ‚wütende und kämpfende‘ Kind
Vom ‚übersehenen‘ Kind zum ‚feindseligen‘ erwachsenen Geschwister
Die ‚große starke (kleine schwache)‘ Schwester
Das Kind als Moderator familiärer Konflikte

Die Familiendynamik verändert sich

Sich mit einem Moratorium den Problemen in der Familie entziehen – ohne mit ihr brechen zu müssen
Ein ‚Schweigegebot‘ – oder: die bedeutsame Funktion des partiellen familiären Schweigens

Eltern hegen Erwartungen an ihre Kinder

Erwartungen der Eltern – solange sie noch die primären Kümmerer sind
Erwartungen der Eltern – wenn sie die Sorge nicht mehr stemmen können
Mit den Erwartungen der Eltern klarkommen
Den Unterstützungs-Wünschen der Eltern folgen – oder sich entziehen?
Die Übernahme von Unterstützungsfunktionen und subjektives Wohlbefinden
Eine Balance zwischen Selbst- und Fremdsorge finden
Der verzweifelte Versuch, den widersprüchlichen Ansprüchen gerecht zu werden

Verteilte Solidarität – verteilte Loyalität?

Teil IV: Die Erfahrungen zeigen lebensgeschichtliche Wirkung

Die Persönlichkeitsentwicklung kann Schaden nehmen – oder befördert werden

Erlebte negative Wirkungen
Negative Vermächtnisse für das Erwachsenenalter
Erlebte positive Wirkungen
Die Lebensgeschichte nimmt eine positive Wendung – oder führt in eine defizitäre Lebenssituation

Ähnliche Erfahrungen – unterschiedliche Reaktionen und Wirkungen

Ambivalenzen und Schuldgefühle – Ausgangspunkte für alle Bewältigungsversuche
Ambivalenzen
Schuldgefühle
Coping: Strategien der Bewältigung
Die psychisch-mentale Strategie
Die kognitive Vermeidung
Die Re-Interpretation als Sinngebung für das eigene Leben
Die objektivierende Professionalisierung
Die systemische Strategie
Die körperlich-physikalische Strategie
Coping-Strategien in der internationalen Literatur
Die zeitliche Abfolge von Konfrontation und Verarbeitung als Bezugspunkt
Die Beziehung der Geschwister zueinander als Bezugspunkt
Die Beteiligung an der Sorge für das erkrankte Geschwister als Bezugspunkt
Die faktischen und psychologischen Belastungen managen als Bezugspunkt
Das Lebensalter und die Erkrankungsdauer als Bezugspunkt
Entscheidungen, die das Leben prägen – und vom Leben geprägt werden
Sag‘ mir, wo die Geschwister sind – oder: Die Wendung hin zu sozialen Berufen, gesellschaftlichem und künstlerischem Engagement
Außergewöhnliche Geschwister-Engagements

Sehnsüchte, Hoffnungen, unheilvolle Ahnungen: Begleiter über lange Lebensstrecken

Der Traum, irgendwann wird es wie früher, irgendwann ist die Familie wieder heil
Der Wunsch, (wieder) nur Schwester oder Bruder zu sein
Die Geschwisterbeziehung wird reaktiviert – gewollt oder ungewollt

TEIL V: Hilfen - Stärkung - Recovery für Mitgeschwister

Welche Hilfen brauchen die Geschwister?

Was die Geschwister selbst als hilfreich ansehen
Parameter, die den Unterstützungsbedarf beeinflussen
Unterschiedliche Rahmenbedingungen, unterschiedliche Lebenssituationen
Der kulturelle Hintergrund macht einen Unterschied
Altersunterschiede prägen die Beziehung – und den Hilfebedarf
Geschlechtsunterschiede prägen die Beziehung – und den Hilfebedarf

Unterstützungsmodule und ihre Wirksamkeit

Gruppengespräche
Psychoedukation
Gruppenangebote für jüngere Geschwister

Unterstützung für Geschwister in Deutschland

Professionelle Hilfen für Geschwister – hier und da kann man sie finden
Professionelle Hilfen für Geschwister im Kindes- und Jugendalter
Professionelle Hilfen für Geschwister im (jungen) Erwachsenenalter
Wenig kann viel helfen – oder: Manchmal hilft wenig viel

Abgestufte Unterstützungen sind die Mittel der Wahl

Wahrnehmung der Mitgeschwister als Angehörige in ihrer spezifischen Rolle innerhalb des Familiengefüges
Unterstützung der Eltern
Unterstützung für Kinder
Förderung der Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion der Mitgeschwister
Hilfeangebote für Mitgeschwister mit hohem oder sehr hohem Belastungserleben
Weitere Maßnahmen und Angebote

Teil VI: Zusammenfassung

letzte Revision: September 2020

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