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Seminar für Eltern und Geschwister am 26.10.2019 in Hamburg

Einladung und Anmeldung

Samstag, 26. Oktober 2019 in Hamburg
Beginn: 10.45 Uhr – Ende: 15.30 Uhr
Wichmannstr. 4, Haus 2, 22607 Hamburg
im Hause des Nussknacker e.V.

Die psychische Erkrankung eines jungen Menschen hat Auswirkungen auf die nicht erkrankten Geschwister, auf ihre Beziehung zu den gemeinsamen Eltern, auf die Beziehung der Geschwis­ter untereinander. Wie steht es mit dem gegenseitigen Verständnis zwischen Eltern und nicht erkrankten Geschwisterkindern? Müssen Geschwister Verantwortung für ihren erkrankten Bruder oder ihre erkrankte Schwester übernehmen? Wie kann der familiäre Zusammenhalt gewahrt bleiben?

In getrennten Arbeitsgruppen für Eltern und Geschwister werden die Erfahrungen und Ansich­ten der Teilnehmer diskutiert werden; was haben sie selbst als gut erlebt, was war besonders schwierig und belastend, was hätten sie sich gewünscht. In einem gemeinsamen Plenum sollen dann die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen zusammen geführt werden.

Programm

10.45

Ankommen

11.00

Begrüßung

Dr. Hans Jochim Meyer

11.15

Geschwister psychisch erkrankter Menschen

Erfahrungen aus der Beratungspraxis

Dr. Christiane Pohl

11.45

Geschwistergruppe:

Wie wirkt sich die Erkrankung meines Geschwisters auf mich und das Familienleben aus?

Elterngruppe:

Sehen wir auch die Bedürfnisse der nicht erkrankten Geschwister?

13.00

Imbiss

14.00

Gemeinsames Plenum, Ergebnisse aus den Gruppen

Moderation: Dr. Christiane Pohl

15.00

Schlusswort und Ausblick

Dr. Hans Jochim Meyer

15.30

Ende der Veranstaltung

Referenten:
Dr. phil. Christiane Pohl, Philosophische Beratungspraxis Hamburg
Dr. med. Hans Jochim Meyer, Landesverband Hamburg der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen

Veranstalter:
Landesverband Hamburg der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen
und
Netzwerk von Geschwistern psychisch erkrankter Menschen (GeschwisterNetzwerk.de)

Anmeldung:
Teilnahmegebühren werden nicht erhoben. Da die Teilnehmerzahl auf 25 Personen begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung bis spätestens Freitag, 11. Oktober 2019; Anmeldeformular weiter unten auf dieser Seite.

Hinweis für auswärtige Teilnehmer:
Da das Seminar vom AOK Bundesverband gefördert wird, können auswärtige Teilnehmer  – abhängig von der Entfernung – einen Zuschuss zu den Reisekosten und einen Zuschuss zu den Übernachtungskosten erhalten. Details siehe Einladung zum Herunterladen.

Förderung der Veranstaltung:
Wir bedanken uns für die Unterstützung der Veranstaltung beim AOK Bundesverband für die Selbsthilfeförderung gemäß § 20h SGB V

Der Schutz Deiner Daten ist uns ein sehr wichtiges Anliegen; siehe hierzu auch unsere Datenschutzerklärung. Mit der Anmeldung erklärst Du Dich einverstanden, dass Deine Daten für die Organisation der Veranstaltung beim Mitveranstalter, dem Landesverband Hamburg der Angehörigen psychisch Kranker, gespeichert und verarbeitet werden. Selbstverständlich kannst Du Deine Daten jederzeit ändern oder löschen lassen. Bitte schicke uns einfach eine Mitteilung über unser Kontaktformular.

Bitte hier verbindlich anmelden:

Geschwistertreffen am 3. August 2019 in Wiesbaden

Das 2. bundesweite Geschwistertreffen fand am 3. August 2019 in Wiesbaden statt. Wie bei früheren Treffen war die Atmosphäre wieder sehr offen und vertrauensvoll. Und es gab auch diesmal wieder Tränen und Lachen – vor allem aber das Gefühl, nicht allein zu sein mit den Sorgen und der Hilflosigkeit und manchmal auch der Verzweiflung.

Ein ausführlicher Bericht von dem Geschwistertreffen wird demnächst hier veröffentlicht.

Seminar für Eltern und Geschwister am 27.07.2019 in Mainz

Nach 2017 lud der Angehörigenverein “Territorio” in Mainz bereits zum zweiten Mal zu einem Seminar für Eltern und Geschwister ein. Die Moderation hatte wieder Herr Prof. Dr. Reinhard Peukert übernommen, Gründungsmitglied des GeschwisterNetzwerks.

Das Seminar war komplett ausgebucht; einige Teilnehmende hatten eine weite Anreise in Kauf genommen. Schwerpunkt waren diesmal die Fragen

  • Wie geht es weiter, wenn wir Eltern nicht mehr sind?
  • Was dürfen wir unseren gesunden Kindern zumuten?
  • Sind Geschwister nach dem Tod der Eltern verantwortlich für ihren erkrankten Bruder bzw. ihre erkrankte Schwester?

Ein ausführlicher Bericht von dem Seminar wird demnächst hier veröffentlicht.

(Hilfen für Helfende: Junge Hilfspersonen in einer sich verändernden Welt. Der Begriff „carer“ ist sehr schlecht zu übersetzen: Helfer, Kümmerer, Betreuender, Pflegeperson – aber in dem Kontext hier sind nie die professionellen Helfer gemeint sondern Familienangehörige, Freunde und/oder Privatpersonen aus Nachbarschaftsgruppen)

Siblings as carers – caught between demands on oneself, the family and the healthcare system

(Geschwister als Kümmerer/Betreuende – gefangen zwischen den Ansprüchen an sich selbst, der Familie und des Hilfesystems)

Am 28.09.2018 fand in Athen die Konferenz “Caring for Carers” (Veranstalter u.a. EUFAMI) statt, daran nahm Gagi K. als Referentin und Vertreterin des GeschwisterNetzwerks Deutschland sowie von EUSIMI (European Association of Siblings of People with mental health Problems) teil.

Zu den Gastrednern gehörten: Prof. em. Dr. George Christodoulou (Psychiater), Marietta Giannakou (Psychiaterin), Miia Mäninikkö (EUFAMI Presidentin), Prof. Dr. George Pavlidis (Psychologe), Peykan G. Gökalp (Professorin für Psychiatrie aus Istanbul), Dimitrios Kontis (Psychiater), Dr. Kalliopi Panagiotopoulou.

Die Teilnehmer der Konferenz fanden die Idee von Selbsthilfegruppen für Geschwister höchst spannend und wollten viel darüber wissen. Selbsthilfegruppen für Geschwister gibt es weder in Griechenland noch in den anderen vertretenen Ländern. Dort liegt der Schwerpunkt wie in Deutschland bei Selbsthilfeangeboten für Eltern oder Ehepartner.

Da die besondere Problematik von Geschwistern als „carer“ bereits an anderer Stelle ausführlich dargestellt wurde, werden im Folgenden die wichtigsten, allgemeingültigen Ergebnisse der Konferenz berichtet.

Bericht von Gagi K.

Weihnachtsstollen der Versorgung

In ganz Europa ähneln sich die Kämpfe der Angehörigen sehr mit denen, die die Angehörigen in Deutschland zu führen haben.

Wie es scheint, kennt das System sich selbst nicht ganz. Oftmals bekommen die Angehörigen von Ärzten, Behörden, Institutionen uneindeutige, oft entgegengesetzte Informationen und Tipps, was in dieser schweren Situation zu tun sei.

Es ist (der Bericht wurde kurz vor Weihnachten geschrieben) wie das gemeinsame Backen eines Weihnachtsstollens, bei dem jeder eine Zutat dazu tun sollte, es aber keine Absprachen gibt, wer sich um was kümmert oder wann es Sinn macht, welche Zutaten dazu zu geben. Dieser Stollen schmeckt niemandem.

Es ist fast unmöglich für die Angehörigen, Antworten auf die vielen Fragen zu bekommen oder gar einen Plan zu entwickeln.

Carer: mission impossible

Carer zu sein für einen psychisch erkrankten Familienangehörigen ist ein Job, in den man gänzlich unvorbereitet vom Leben rein katapultiert wird.

Es ist auch eine Aufgabe, die nicht vergütet wird und nicht selten einen dermaßen in Anspruch nimmt, sodass keine Zeit oder Kraft für einen anderen Job übrig bleiben. Oft wird diese Aufgabe von außen als ein ethisch moralischer Muss, eine Sache der Selbstverständlichkeit gesehen. Denn, wer sonst –  wenn nicht die Familie? Sei es die Mama, der Vater, die Schwester, der Ehemann …

Die Folgen der mission impossible

Viele Familienangehörige vereinsamen. Ein Erkrankter in der Familie ist eine Geschichte, die viele, viele Jahre nicht erzählt wird. Man hofft ja, dass alles gut wird und all das ein Ende hat, dass die Familie irgendwann mal wieder frei und unbeschwert weiter leben kann.

Deswegen schweigt man, man weiß ja was für Stigmata das mit sich bringt. Jeder hat es schon irgendwann mal bei einer anderen Familie erlebt oder gehört, das Getuschel, Mitleidsblicke oder gar Garstigkeit. Möchte man die eigene  Familie dem aussetzen?

Manchmal passiert ein Wunder. Das sind Lichtblicke, die Geschichten mit Happy End. Von denen hat auch jeder schon gehört. Deswegen schweigen die Angehörigen und tragen es mit Fassung, in der trügerischen Hoffnung ‚das wird irgendwann schon mal wieder alles gut‘.

In vielen Fällen werden leider aus ein paar Jahren 15 oder 25 lange Jahre mit in den Sand gesetzten Hoffnungen. Es wird nicht wirklich besser. Irgendwann wacht man aus diesem Traum auf, und das eigene Leben lief leise und unscheinbar nebenbei. In den Alltag sind Tränen, Krisen und Krankenhausaufenthalte eingewebt. Dies Alles wurde in der Hoffnung erduldet, irgendwann die gute alte Zeit von “vor der Krankheit” wieder zu erleben.

Die eigene Kraft schwindet; das Schlimmste dabei ist diese schreckliche, sich aufdrängende Frage: Wofür?

Es hat sich nichts geändert, der Kranke ist immer noch krank, nur eben auch älter geworden, so wie der Rest der Welt. Diese Kämpfe mit der Krankheit, die manchmal sogar über die Jahre die Gleichen sind wie die vom ersten Tag dieses ungewollten, neuen Lebens, in das man schicksalhaft gestoßen wurde.

Und dann gibt es noch das “System”: Sozialdienste, Ärzte, Pfleger, Krankenhäuser, Polizeieinsätze. Das System ist wie eine riesige Kletterwand, vor die man gestellt wird, und an der man nun, ohne Sicherung, hochklettern soll. Was bleibt einem übrig, als es immer wieder zu versuchen?

Selbsthilfe hilft

Zum Glück gibt es auch Selbsthilfe und die Selbsthilfegruppen, die oft erst dann besucht werden, wenn die Erschöpfung und das Aufgeben groß geschrieben werden.

Selbsthilfe ist zwar nicht die Antwort auf alles, aber es ist ein riesiger Schritt in Richtung Anerkennung der eigenen Situation und dessen, dass man auch selbst Hilfe in dieser Situation benötigt. Im Austausch fängt die Selbstheilung vieler Angehöriger an, im Begreifen dass man nicht allein ist. Dass es viele Schicksale wie das eigene gibt und das wahrhaftig Nichts unaussprechlich ist, wenn einem die richtigen Zuhörer im richtigen Forum begegnen.

Kein Mensch soll so stark sein müssen, um alles alleine ertragen zu müssen. Und vor allem: Selbst-Isolation ist kein muss und sicherlich kein guter Berater für alle, die nach Antworten für eine Frage suchen.

Darum die Aufforderung: „Vernetzt euch, sucht Gleichgesinnte, die Euch zuhören wollen und denen auch sie zuhören werden. Und auch wenn sich gerade keine Lösung abzeichnet werdet Ihr dennoch auf andere Gedanken kommen und den Kreis der Einsamkeit durchbrechen“.

Internationales Interesse

In mehreren sozialpsychiatrisch orientierten Fachzeitschriften wurde auf die Bildung des Netzwerkes reagiert und mit wenigen Sätzen wurde die besondere Situation als Schwester oder Bruder eines psychisch erkrankten Menschen angetönt.

Ein zweiseitiger Beitrag in der „Psychiatrischen Praxis“ wurde überraschenderweise auch außerhalb Deutschlands zur Kenntnis genommen und führte zu der unten einkopierten Einladung an den Autor des Beitrages, der Review-Gruppe des American Journal of Psychiatry and Neuroscience beizutreten. Der Bitte wurde inzwischen entsprochen, eingegrenzt für Texte zu Geschwistern.

Dear Peukert, R

Warm greetings from the assistant editor!

The paper with the title The invisible Relatives:Brother or Sister of a mentally ill Person which has been published in PSYCHIATRISCHE PRAXIS has impressed us deeply. The paper has attracted attention from researchers and scholars specializing in this field.

Set up with the aim to publish academic papers, specialists and professionals in different fields can get the cutting-edge research results from American Journal of Psychiatry and Neuroscience. In view of the advance, novelty, and possible extensive use of your research results, we invite you with sincerity to contribute other unpublished papers that have similar topics to the journal. Further research of this published article is also welcomed.

Click the link below to learn more information:
http:/www.psychiatneurosci.org/submission

On behalf of the Editorial Board of the journal, weare very pleased to invite you to join our team as one of the editorial boardmembers or reviewers of American Journal of Psychiatry and Neuroscience. Given your academic background and rich experience in this field, we believe that you are quite qualified for this position. We hope that your position as one of the editorial board members or reviewers will advance the development of scientific researches in related fields.

Yours sincerely,

Jessie Wright Editor of American Journal of Psychiatry and Neuroscience

EUSIMI gegründet

Während des 17. WPA Kongresses in Berlin wurde EUSIMI gegründet, die European Association of Siblings of People with mental health Problems, im Anschluss an das Symposion S-019 „The forgotten relatives of the mentally ill“ (Chairman: Prof Dr. Reinhard Peukert; Co-Chairman: Spyros Zorbas).

Bisher nehmen folgende Länder teil: Griechenland, Schweiz und Deutschland.

www.epioniblog.wordpress.com wurde 2016 von Syros Zorbas gegründet, der auch folgenden Blog startete, als seine Schwester 2006 in eine schwere Krise geriet: www.athenssiblings.blogspot.gr

Die internationale Kooperation geht inzwischen über die Bildung einer gemeinsamen Plattform hinaus.

Das Geschwisternetzwerk wird am 28. September 2018 an einer Konferenz im Büro des Europaischen Parlaments in Athen teilnehmen, organisiert von den europäisch ausgerichteten NGOs EPIONI (siehe oben), Eurocarers und EUFAMI,
dem europäischen Zusammenschluss der nationalen Verbände der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen.

Die Konferenz findet unter dem Titel statt: „Caring for Carers: Young Carers in a Changing world.“ (Hilfen für Helfende: Junge Hilfspersonen in einer sich verändernden Welt. Der Begriff „carer“ ist sehr schlecht zu übersetzen: Helfer, Kümmerer, Betreuender, Pflegeperson – aber in dem Kontext hier sind nie die professionellen Helfer gemeint sondern Familienangehörige, Freunde und/oder Privatpersonen aus Nachbarschaftsgruppen)

Der Titel des Vortrages unseres Geschwisternetzwerkes lautet: „Siblings as carers – caught between demands on oneself, the family and the healthcare system“ (Geschwister als Kümmerer/Betreuende – gefangen zwischen den Ansprüchen an sich selbst, der Familie und des Hilfesystems).

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